BIM & 3D-Planung mit DDS-CAD

Building Information Modeling (BIM) revolutioniert die Art, wie wir Gebäude planen. Als Planungsbüro mit durchgängigem BIM-Workflow erstellen wir intelligente 3D-Modelle in DDS-CAD, die weit über geometrische Darstellungen hinausgehen. Unsere BIM-Modelle enthalten alle technischen Informationen, die für Ausschreibung, Ausführung und Betrieb eines Gebäudes erforderlich sind.

BIM in der Elektroplanung

BIM ist mehr als 3D-Zeichnen: Es ist eine Methodik, die alle Projektbeteiligten auf einer gemeinsamen Datenbasis zusammenführt. In der Elektroplanung bedeutet BIM, dass Kabeltrassen, Verteiler, Leuchten, Steckdosen und Automationskomponenten als intelligente Objekte modelliert werden -- mit Informationen zu Leistung, Typ, Hersteller und Anschlussdaten. Diese Objekte werden nicht isoliert geplant, sondern im Kontext aller anderen Gewerke: Die Kollisionsprüfung erkennt Konflikte zwischen Kabeltrassen und Lüftungskanälen bereits am Bildschirm, bevor sie auf der Baustelle zu teuren Änderungen führen. Wir arbeiten nach den BIM-Richtlinien der Austrian Standards und den Empfehlungen des buildingSMART Austria. Die Definition von LOD-Stufen (Level of Development) stimmen wir mit dem BIM-Management des Projekts ab und liefern Modelle in den Detaillierungsstufen LOD 100 bis LOD 500.

Unser BIM-Workflow

Unser BIM-Workflow basiert auf DDS-CAD, einer branchenführenden Software für die elektrotechnische Fachplanung. Der Workflow umfasst folgende Schritte:
  • Modellaufbau: Auf Basis des Architekturmodells (IFC-Import) erstellen wir das Elektromodell mit allen relevanten Komponenten. Kabeltrassen werden dreidimensional geführt, Verteiler positioniert und Installationsgeräte platziert.
  • Koordination: Regelmäßige Modellabgleiche mit Architektur, HLK und Sanitär identifizieren Kollisionen frühzeitig. In BIM-Koordinationssitzungen werden Lösungen erarbeitet und dokumentiert.
  • Auswertung: Aus dem BIM-Modell generieren wir automatisch Stücklisten, Massenauszüge, Kabellisten und Raumbücher. Diese Daten bilden die Grundlage für präzise Ausschreibungen und Kostenberechnungen.
  • IFC-Export: Wir exportieren unsere Modelle im offenen IFC-Format (Industry Foundation Classes) und stellen sie über die gemeinsame Datenumgebung (CDE) allen Projektbeteiligten zur Verfügung.
  • As-built-Dokumentation: Nach der Ausführung aktualisieren wir das BIM-Modell auf den tatsächlichen Bauzustand. Das resultierende As-built-Modell dient dem Facility Management als digitale Grundlage für den Gebäudebetrieb.

Vorteile für Bauherren & Architekten

BIM-gestützte Elektroplanung bietet für alle Projektbeteiligten messbare Vorteile. Bauherren profitieren von höherer Planungssicherheit: Durch die Kollisionsprüfung und den frühzeitigen Modellabgleich sinkt die Zahl der Nachträge und Umplanungen signifikant. Die automatische Mengenermittlung aus dem BIM-Modell liefert präzisere Kostenaussagen als konventionelle Schätzungen. Architekten schätzen die visuelle Qualität der 3D-Modelle: Kabeltrassen und Technikkomponenten werden im Entwurfsprozess sichtbar und können frühzeitig gestalterisch berücksichtigt werden. Die IFC-basierte Zusammenarbeit ermöglicht eine herstellerunabhängige Datenübergabe zwischen verschiedenen Softwaresystemen. Generalunternehmer und ausführende Firmen erhalten exakte Mengengerüste und detaillierte Montagemodelle, die eine effiziente Baustellenabwicklung ermöglichen. Im DACH-Raum nimmt BIM in der öffentlichen Vergabe nach BVergG eine zunehmend wichtige Rolle ein. Wir unterstützen unsere Auftraggeber dabei, die BIM-Anforderungen in Vergabeverfahren korrekt zu formulieren und umzusetzen.

Häufig gestellte Fragen

Was bedeuten die LOD-Stufen (Level of Development) in der BIM-Planung?

Die LOD-Stufen definieren den Detaillierungsgrad der BIM-Modelle: LOD 100 steht für konzeptionelle Darstellungen, LOD 200 für generische Platzhalter, LOD 300 für planungsreife Objekte mit exakter Geometrie und LOD 350/400 für ausführungsreife bzw. fertigungsreife Modelle. Wir stimmen den erforderlichen LOD zu Projektbeginn im BIM-Abwicklungsplan (BAP) mit allen Projektbeteiligten ab.

Welche Software nutzen Sie für die Elektro-BIM-Planung?

Wir arbeiten primär mit DDS-CAD, einer spezialisierten TGA-BIM-Software, die eine durchgängige 3D-Modellierung der Elektroinstallation ermöglicht. DDS-CAD unterstützt den IFC-Export (Industry Foundation Classes) für den modellbasierten Datenaustausch mit Architekten (Revit, ArchiCAD) und anderen Fachplanern, sodass eine reibungslose openBIM-Zusammenarbeit gewährleistet ist.

Wie funktioniert die Kollisionsprüfung im BIM-Modell?

Bei der Kollisionsprüfung (Clash Detection) werden die Fachmodelle aller Gewerke in einer Koordinationssoftware (z. B. Solibri oder BIM Collab Zoom) überlagert, um geometrische Konflikte frühzeitig zu erkennen. Wir führen regelmäßige Koordinationsrunden durch, in denen Kollisionen zwischen Elektro-, HLK- und Sanitärleitungen identifiziert und im Modell aufgelöst werden - noch bevor auf der Baustelle gebaut wird.

Was ist IFC und warum ist es für die Elektroplanung wichtig?

IFC (Industry Foundation Classes) ist ein offenes, herstellerneutrales Datenformat für den Austausch von BIM-Modellen nach ISO 16739. Für die Elektroplanung ist IFC essenziell, weil es den verlustfreien Modellaustausch zwischen verschiedenen Softwareplattformen (DDS-CAD, Revit, ArchiCAD) ermöglicht und somit die Grundlage für die interdisziplinäre Zusammenarbeit im openBIM-Workflow bildet.

Ab welcher Projektgröße lohnt sich BIM?

BIM lohnt sich grundsätzlich ab mittleren Projektgrößen, insbesondere bei Neubauten mit mehreren Fachplanern, wo die Koordination entscheidend ist. Bei öffentlichen Vergaben wird BIM in Österreich zunehmend gefordert, und auch im privaten Bereich bieten die frühe Kollisionserkennung und die bessere Mengenermittlung spürbare Vorteile bei Qualität und Kostensicherheit.

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